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CD Orkester Vol.2 hinten
CD LeipJAZZig-Orkester Vol.2
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1.: Ballade für Jazz-Orchester (Part1)

5.: Konzert für Klavier und Jazz-Orchester (1. Satz)

10.: Toccata con Fuga in Jazz


JazzPodium 10/2007
CD LeipJAZZIG-Orkester "Volume 2", VKJK 0706

Leipzig gilt schon seit Jahrzehnten als eine Hochburg, auch des experimentellen Jazz. Wie weit diese Musik vor Ort tatsächlich gelebt wird, zeigt sich am jährlich im Herbst stattfindenden und überaus gut besuchten Festival in der Messestadt. Die Grundvoraussetzung hierfür ist jedoch eine kontinuierliche Basisarbeit, die für die Öffentlichkeit meist weniger spektakulär aufbereitet wird, als die glänzenden Konzerte in der Oper oder im Schauspielhaus.
Was nicht heißt, dass das musikalische Ergebnis in den Clubs und Kellern der Stadt nicht aufregend wäre. Bestes Beispiel ist das seit zehn Jahren bestehende LeipJAZZig-Orkester unter der Leitung von Stephan König. Diese Big Band ähnliche Formation spielt eine konzentrierte Melange aus unterschiedlichsten Stilen und erstaunlichsten Befindlichkeiten. Der Jazz fungiert als eine Art Nahtstelle, als der feinnervige Übergang von zeitgenössischen Kompositions- und Improvisationsritualen und lebendigen Traditionen. Was in dem jetzt als CD erschienen zweiten Teil eines Konzertes in der Leipziger Hochschule für Musik und Theater zuerst auffällt, ist die Vitalität, mit der hier musiziert wird. König verbindet in der "Ballade für Jazz-Orchester" und dem "Konzert für Klavier und Jazz-Orchester" all die Einflussbereiche sehr moderat miteinander, denen er in seiner Arbeit als Pianist, Komponist, Arrangeur begegnet. Theatermusik im Sinn Kurt Weills, Bach-Vertonungen, Rock, Pop und Funk, freie Improvisationen - Stephan König fürchtet sich vor keinem Genre. Hemdsärmelig klingen seine Adaptionen und die Band, bestehend ausschließlich aus Solisten, scheint sich in einen wahren Freudentaumel zu spielen, der schnell auf den Hörer übergreift.
Jörg Konrad