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Stephan König
"BOUNDLESS MUSIC - Konzert für Jazz-Trio und Orchester"
         Auftragswerk des Akademischen Orchesters Leipzig, gefördert vom sächsischen Musikrat.

URAUFFÜHRUNG: 28. Mai 2001, Gewandhaus Leipzig
30. Mai 2005, Gewandhaus Leipzig
10.+11.12.2005, Nordhausen/Sondershausen: Loh-Orchester + König-Trio
21. September 2006, Philharmonie Jena
26. Januar 2015, Gewandhaus Leipzig (Foto)


Klavier: Stephan König
Baß: Stephan "Grete" Weiser
Schlagzeug: Wolfram Dix


REZENSION v. 30.05.2001, Leipziger Volkszeitung
(...) Horst Förster mit seinem Akademischen Orchester;der hat es im ausverkauften Gewandhaus richtig krachen lassen.
(...) Uraufführung der "Boundless Music - Konzert für Jazz-Trio und Orchester" von Stephan König.
Mit dem Komponisten am Klavier sowie Stephan Weiser (Bass) und Wolfram Dix (Schlagzeug) ist das Trio exzellent besetzt.
Das Orchester swingt mit. Jazz-Sinfonik vom Feinsten.
(...) Langanhaltender Applaus und Bravi.
kaba


REZENSION im "Leipzig-Almanach" (www.leipzig-almanach.de)
 28. Mai 2001, VI. Akademisches Konzert, Gewandhaus, Großer Saal

Akademisches Orchester; Dirigent: Horst Förster
Georges Bizet (1838-1875): L'Arlesienne-suite Nr. 2
Rodion Stschedrin (*1932): Carmen-Suite (Ausschnitt)
Stephan König (*1963): Boundless Music - Konzert für Jazz-Trio und Orchester (UA)
Nikolai Rimski-Korsakoff (1844-1908): Capriccio espagnol op. 34
 
Swingende Akademiker
Saisonausklang des Akademischen Orchesters mit einer Uraufführung
von Wolfgang Gersthofer
 
(...) Nach der Pause dann die mit Spannung erwartete, gut ins Programm sich einfügende Uraufführung. Wieder einmal hatte ein renommierter Leipziger Komponist - wie vor einiger Zeit Karl Ottomar Treibmann mit seinen "Klangwanderungen" - eigens für den großteils aus Studenten bestehenden Klangkörper ein Werk geschaffen. "Boundless Music" nennt Stephan König, der aus Leipzigs Jazzszene nicht mehr Wegzudenkende, sein Konzert für die klassische Jazztrio-Besetzung und Sinfonieorchester, mit dem er sich gewissermaßen locker in eine Tradition des - nunmehr - vorigen Jahrhunderts, nämlich E-Musik-und Jazz-Elemente miteinander zu verbinden (Strawinsky, Bartok, um nur die allerprominentesten Namen zu nennen), reiht. Große Kadenzen der drei Jazz-Solisten gliedern das mehrteilige Werk. Natürlich saß der Leip(jaz)ziger selbst am Klavier.
 
Alles beginnt mit einem tiefen Ton der Kontrabässe; die orchestrale Szene belebt sich immer mehr. Es entwickelt sich eine Art Klavierkonzert mit Jazz-Schlagzeug-Beteiligung, die Streicher setzen motorische Akzente. In der zweiten Abteilung - die nach dem großen E-Baß-Solo anhebt - entfaltete der Compositeur bald einen so richtig fetzigen Barpianisten-Sound. Dazu mischten sich dann leichtflockige Streicher-Aktivitäten. Förster und seine Truppe swingten spielfreudig mit. Schließlich treten kurze Trompeten-Figuren in bester Bigband-Manier hinzu. Das alles machte Laune! Aus einer typischen Jazz-Schlußharmonie des Blechs löste sich das große Schlagzeug-Solo, welches zum langsamen Satz vermittelte. Dieser bringt eine etwas elegische, sich in weitgespannten Streicherlinien auslebende Tönung in unser Werk (vielleicht mag man ein bißchen an großes Kino denken). Immer voller wird der Klang, der Satz steigert sich zu fast hymnischem Strömen. Wo er dann einfach abbricht, breitet sich die große Klavierkadenz aus. Und wenn diese dann unvermittelt eine schnellere Gangart anschlägt, entwickelt sich aus der Motorik-Vorgabe des Klaviers der schmissige, im Grunde ganz in der alten Tradition des "Rausschmeißer"-Finales stehende Schlußsatz. Die Streicher verhalten sich rhythmisch aktiv, das Holz melodisch, und das Blech darf sich wieder bigbandmäßig betätigen. Plötzlich aber gibt sich König betont seriös, wenn er ein handfestes Streicher-Fugato "vom Zaun bricht". Dann gibt die Dreimann-Jazz-Combo wieder den Ton an. In wildem Wirbel endigt sich diese genreüberschreitende "schrankenlose" Musik. Im Gewandhaus brach verdienter Jubel für alle Beteiligten los.


REZENSION v. 01.06.2005, Leipziger Volkszeitung
 (...) Stephan Königs "Boundless Music" - im Dialog mit König selbst am Flügel, Stephan "Grete" Weiser am Kontrabass und am Drumset Wolfram Dix werden die Streicher zur riesigen Rhythmusgruppe oder steigen in die Jazzmelodik ein. In drei Abschnitten, jeweils übergeleitet durch quirlige Soli der Jazzmusiker, verschwimmen - der Name ist Programm - die Grenzen zwischen U und E. Im Mittelteil entwickelt sich eine Ballade für Klavier und Orchester mit bittersüßer Melodie, umrahmt von zwei schnellen Sätzen. Die Jazzer spielen druckvoll und quirlig, das Sinfonieorchester groovt.
Heike Bronn


REZENSION v. 14.12.2005, Thüringer Allgemeine
Schrankenlose Musik
Kontrastreiches Programm im vierten Sinfoniekonzert des Loh-Orchesters mit einem Jazz-Trio

Konzerte, bei denen klassische Musik dem Jazz oder anderen Stilen der Popmusik gegenübergestellt wird, erfreuen sich zunehmender Beliebtheit. Da reihte sich auch das vierte Sinfoniekonzert der Spielzeit im Haus der Kunst in Sondershausen ein. Ein Leipziger Jazz-Trio musizierte gemeinsam mit dem von Generalmusikdirektor Hiroaki Masuda geleiteten Loh-Orchester. Die Sondershäuser waren sehr interessiert, was sich am nahezu ausverkauften Saal zeigte. Allerdings sah man auch diesmal vor allem das traditionelle klassische Publikum. Vielleicht hätte eine etwas gezieltere Werbung auch andere Hörerkreise den Weg ins Konzert finden lassen können. Ganz traditionell ging es los mit der Sinfonie Nr. 4 von Beethoven. Dieses Stück zählt zu den eher heiteren Werken des Meisters, was aber seiner Kunstfertigkeit keinen Abbruch tut. Dem folgte jene Boundless music des Leipziger Jazzmusikers Stephan König. Der Titel, der etwa schrankenlose Musik bedeutet, kann sowohl im Hinblick auf das Verwischen der Grenzen zwischen so genannter E- und U-Musik gedeutet werden, als auch im Hinblick auf die wirklich schrankenlose Musizierfreude aller Beteiligten. Der Komponist saß selbst am Klavier, mit ihm musizierten Stephan Grete Weiser am Kontrabass und Wolfram Dix am Schlagzeug. Dieses traditionell besetzte Jazz-Trio übt hier etwa die Funktion des vorklassischen Concertino aus.
Geradezu aus dem Nichts begann die Musik, ehe eine gewaltige dynamische Steigerung zu kraftvoller Motorik und rhythmischer Energie führte. Diese Elemente beherrschten den ersten und den vierten Teil des Werkes, wobei vor allem im letzteren auch die vier (!) Schlagzeuger des Orchesters voll gefordert waren. Bisweilen schien aber das Temperament mit den Musikern etwas durchzugehen, weshalb gerade das Klavier stellenweise verdeckt wurde. Der zweite Teil hob sich durch die swingenden Töne ab. Hier spielten auch die Blechbläser eine große Rolle, während der dritte Abschnitt mit seiner Steigerung von lyrischem Beginn bis zu gewaltiger Größe (umspielt von brillanten Klavierpassagen) an Filmmusik denken ließ. Zwischen diesen Abschnitten konnte sich jeder Solist in je einer großen Kadenz allein präsentieren. Dabei zeigten vor allem Bass und Schlagzeug (klanglich interessant war hier die Verwendung verschieden harter Schlägel) eine kaum für möglich gehaltene Virtuosität. Auch der Pianist durchlief von weichen improvisatorischen Klängen bis zu rasanter Motorik alle Facetten des Instruments. Für den begeisterten Beifall bedankte sich das Trio noch mit einer fast träumerischen Jazz-Improvisation. (...)
(ru)


REZENSION v. 28.01.2015, Leipziger Volkszeitung
(...)
Stephan König ist am Klavier schon bei Márquez eine verlässliche Größe, und in seiner Komposition "Boundless Music" - ein Auftragswerk des Akademischen Orchesters aus dem Jahre 2001 - erst Recht. Hier sitzt der Leipziger Pianist und Komponist nun vorn am Flügel. Gemeinsam mit Stephan "Grete" Weiser (Kontrabass) und Wolfram Dix (Schlagzeug) sowie dem akademischen Klangkörper löst er in den vier Sätzen Genregrenzen auf, wenn die sechs Orchester-Kontrabässe mit einem tiefen Dauerton die leisen breitflächigen Violinen grundieren, Klarinette und Flöte lakonisch keckern, das Klavier losjazzt und im Schlagzeug der Rhythmus pulst. Spontanen Zwischenbeifall gibt es im sehr gut gefüllten Großen Gewandhaus-Saal für Weisers Solo. Und als Trio sind König, Dix und Weiser eine Wucht. Das Orchester nimmt die Lässigkeit des Solo-Ensembles auf und atmet sie weiter - große Klasse. In der Zugabe trumpft König am Flügel noch einmal bravourös auf. (...)
Birgit Hendrich



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